Unterstützung der GEW angeboten
Die GEW sei bereit, die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen
zu unterstützen, wenn die Studierenden selbst entscheiden können,
mit welchem Abschluss sie die Hochschulen verlassen. „Nur so
werden die Vorbehalte, die Wirtschaft und Studierende gegen die neuen
Studiengänge haben, abgebaut“, betonte Köhler. In
diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass die Promotion künftig
als erste Phase wissenschaftlicher Arbeit anerkannt werden solle.
„Für junge Wissenschafter ist es nicht attraktiv, während
ihrer Doktorarbeit weiter wie Studierende behandelt zu werden“,
sagte der Gewerkschafter. „Die Promotion muss als erste Phase
eingeständiger wissenschaftlicher Arbeit anerkannt und entsprechend
arbeitsvertraglich geregelt werden.
„Dschungel aus nationalen Gesetzen endlich lichten“
Er appellierte an die Wissenschaftsminister, die Arbeitsbedingungen
des wissenschaftlichen Personals an Hochschulen und in der Forschung
endlich auf die Agenda des Bologna-Prozesses zu setzen. „Gute
Arbeit braucht gute Rahmenbedingungen. Um die internationale Mobilität
der Wissenschafter zu verbessern, muss der Dschungel aus nationalen
Gesetzen und Verordnungen endlich gelichtet werden“, unterstrich
Köhler.
Er setzte sich für die Öffnung der Hochschulen auch für
Menschen ein, die keine traditionelle Studienberechtigung haben. Nur
so sei das Konzept lebenslangen Lernens umzusetzen.
„All das wird es nicht zum Nulltarif geben. Deshalb schlagen
wir einen materiellen und personellen Ausbau der Hochschulen und Forschungseinrichtungen
vor. Dafür sollen Bildungs- und Wissenschaftsausgaben künftig
Maastricht-Kriterium bei der Beurteilung der Staatsausgaben werden“,
sagte Köhler.