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Novelle Niedersächsisches Schulgesetz - Materialien


Dezember 2005
MK qualifiziert „Analysten“

Bei der Interpretation der SEIS-Daten unterstützen

Das Kultusministerium hat jetzt über 80 Lehrkräfte in einer dreitägigen Qualifizierungsmaßnahme als sogenannte Analyst/innen ausbilden lassen. Sie sollen die am Kooperationsprojekt „Qualitätsvergleich von Schulen“ mit der Bertelsmann-Stiftung teilnehmenden Schulen bei der Analyse ihrer SEIS-Daten unterstützen und ihnen so klar, hilfreich, objektiv und motivierend wie möglich Impulse zur Qualitätsentwicklung geben.

Impulse zur Qualitätsentwicklung geben

Im Ministerium scheint die Sorge zu bestehen, eine Reihe von Schulen seien in ihrer Unerfahrenheit im Umgang mit Datenmaterial bei der Auswertung der Selbstevaluationsergebnisse überfordert und bedürften der Hilfe eines außerschulischen Dritten. Die Bewerber/innen verpflichteten sich, in den kommenden Jahren jeweils zwei bis drei Evaluationsberichte der am Projekt beteiligten Schulen zu kommentieren, um dann 2008 die Weiterbildung mit dem Zertifikat „Analyst/ Analystin von Selbstevaluations-berichten“ abzuschließen.
Mit dieser Weiterbildungsmaßnahme hat das MK einen neuen Weg der Qualifizierung von Landesbediensteten beschritten. An den Kosten der Maßnahme beteiligt sich die Bertelsmann-Stiftung, die anscheinend auch maßgeblichen Einfluss auf die Auswahlkriterien der Bewerber/innen genommen hat. Für die Lehrkräfte ist die Teilnahme – abgesehen von Kosten für Ausdrucke und Internetgebühren, die dem Vernehmen nach selbst zu tragen sind – zwar gebührenfrei. Sie erhalten während der Qualifizierungsphase allerdings keine Entlastung, und es ist auch nicht vorgesehen, sie dienstlich in das zukünftige Beratungs- und Unterstützungssystem der eigenverantwortlichen Schule einzubinden.

Kritik vom Schulhauptpersonalrat

Als Anreiz wird in der Ausschreibung darauf hingewiesen, dass ein anschließender Einsatz als SEIS-Analyst/in als Nebentätigkeit mit Honoraren von bis zu 180 Euro pro Kommentierung möglich sei. Vorausgesetzt, die eigene Schulleiter/in genehmigt diese Nebentätigkeit. Die Nutzung des SEIS-Instrumentariums kann für die zukünftig eigenverantwortlichen Schulen also ganz schön teuer werden … Der Schulhauptpersonalrat steht diesem Qualifizierungskonzept kritisch gegenüber und hat das Ministerium aufgefordert, die notwendige Unterstützung der Schulen bei der Erfüllung ihrer erweiterten Aufgaben dadurch zu gewährleisten, dass das notwendige Personal vom Land bedarfsgerecht qualifiziert wird und es den Schulen im Rahmen der dienstlichen Tätigkeit kostenfrei zur Verfügung steht.

 

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