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Pressemitteilungen
DGB
06.
November 2008
DGB-Index gute Arbeit 2008
Nur jeder Siebte in Niedersachsen bewertet seinen Arbeitsplatz positiv
Jeder dritte Beschäftigte in Niedersachsen bewertet seinen Arbeitsplatz negativ, nur jeder siebte hält seine Arbeitssituation für durchwegs positiv. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt der DGB-Index „Gute Arbeit 2008“, eine Umfrage im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Befragt wurden bundesweit rund 6.800 Beschäftigte – vom Mini-Jobber bis zur leitenden Angestellten, in Niedersachsen rund 620 Personen. Der Index wurde erhoben vom Internationalen Institut für empirische Sozialökonomie (INIFES) aus München und basiert auf einer repräsentativen Umfrage von Infratest Dimap. In den Index fließen drei Kategorien ein, die sowohl Belastungen (z.B. Arbeitsintensität, körperliche oder seelische Anforderungen) als auch Chancen (wie Aufstiegs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten) am Arbeitsplatz erfassen.
Große Kluft zwischen Normalarbeitsverhältnissen und unsicheren Jobs
Yasmin Fahimi, Mitarbeiterin der IG Bergbau, Chemie, Energie und Mitglied der Projektleitung DGB-Index, sagte: „Menschen brauchen nicht irgendeine Arbeit, sondern gute Arbeit. Gut ist eine Arbeit, die den Ansprüchen der Menschen gerecht wird. Deshalb stellt der DGB-Index die Bedürfnisse der Beschäftigten in den Mittelpunkt.“ Das Ergebnis für Niedersachsen: 13 Prozent der Arbeitsplätze werden von den Beschäftigten als umfassend positiv beschrieben,
54 Prozent liegen im Mittelfeld, ein Drittel der Arbeitsplätze wird als mangelhaft bewertet.
Besonders schlecht ist das Ergebnis des DGB-Index bei denjenigen Beschäftigten, die in unsicheren Verhältnissen arbeiten: von ihnen haben 41 Prozent „schlechte Arbeit“. Deutlich ist die Kluft vor allem bei den Bereichen Arbeitsplatzsicherheit und Einkommen. Aber auch die Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sind für prekär Beschäftigte wesentlich schwieriger. DGB-Arbeitsmarktexperte Ulrich Gransee stellt fest: „Menschen in unsicheren Jobs leiden unter schlechteren Arbeitsbedingungen. Dieses Ergebnis ist gravierend, da unsichere Jobs immer mehr zunehmen.“ So habe beispielsweise mittlerweile jeder siebte Beschäftigte in Niedersachsen eine befristete Stelle. Demgegenüber steht der Wunsch der Menschen nach sicheren Jobs: 95 Prozent der im Rahmen des DGB-Index Befragten sagten, dass ihnen ein unbefristetes Arbeitsverhältnis sehr wichtig (74%) bzw. wichtig (21%) ist.
DGB-Landesvorsitzender Hartmut Tölle sagte: „Die Ergebnisse unserer Erhebung sind alarmierend. Schlechte Arbeit belastet nicht nur die Beschäftigten, sondern hat auch negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Niedersachsens. Gute Arbeit ist eine wichtige Voraussetzung für Produktivität und Innovation. Wenn rund ein Drittel der Beschäftigten ihre Arbeitsbedingungen als schlecht bewertet, ist die Politik gefordert, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.“ Aus Sicht des DGB zählen dazu Korrekturen am Teilzeit- und Befristungsgesetz, eine konsequente Regulierung von Leiharbeit sowie eine bessere Mitbestimmung der Menschen an ihrem Arbeitsplatz.
Übrigens: Auf der Website www.dgb-index-gute-arbeit.de können Beschäftigte unter „Mein Index“ ihren persönlichen Index ermitteln lassen.
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