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Allgemein bildende Schulen



21. Juli 2005
Heftige Kritik an den Alleingängen der Ministerpräsidenten Stoiber und Rüttgers

GEW kritisiert Kapriolen in Sachen Rechtschreibung

Frankfurt a.M. Die GEW übt heftige Kritik am Vorpreschen der Ministerpräsidenten von Bayern und Nordrhein-Westfalen, die unstrittigen Teile der Rechtschreibreform nun doch nicht ab 1. August für die Schulen verbindlich zu machen. „Diese Aktion der Ministerpräsidenten Stoiber und Rüttgers führt zu einem einzigen Durcheinander. Schülerinnen und Schüler werden erneut verunsichert und wissen bald überhaupt nicht mehr, wie sie schreiben sollen. So erreicht man, dass Rechtschreibung nicht mehr ernst genommen wird“, erklärte Marianne Demmer, stellvertretende Vorsitzende der GEW, in Frankfurt. Den Schulen rät die GEW, auf jeden Fall bei der reformierten Rechtschreibung zu bleiben.

Marianne Demmer wirft den Ministerpräsidenten vor, die Schulen zum Spielball ihrer Interessenpolitik zu machen. „Wenn sich Stoiber und Rüttgers nicht doch noch eines Besseren besinnen, wird es im nächsten Schuljahr in Deutschland Schülerinnen und Schüler geben, denen Faß (statt Fass) und rauh (statt rau) als Fehler angestrichen wird und anderen nicht“, so Demmer. In den Schulen gebe es Wichtigeres zu tun, als sich ständig mit der nächsten Kapriole in Sachen Rechtschreibung zu beschäftigen.

Am Vorgehen der Ministerpräsidenten könne man sehr gut erkennen, „wohin es führt, wenn der Föderalismus für Machtspielchen und Profilierungskünste missbraucht wird“, sagte Demmer. Eine mögliche Erklärung sei, dass die beiden Ministerpräsidenten ein populistisches Wahlkampfthema suchten, weil die Umfragewerte der Union zurückgingen.
Demmer wollte aber auch nicht ausschließen, dass durch die neuerliche Verlängerung der Hängepartie das Ende der Rechtschreibreform generell eingeleitet werden solle. Verschiedene große Verlage drängten bekanntlich darauf. „Die beiden Ministerpräsidenten werden schon wissen, warum sie aus dem erst kürzlich gefassten Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz ausscheren und sowohl die Kultusministerkonferenz wie die übrigen deutschsprachigen Länder ein weiteres Mal brüskieren. Dass sie es aus Sorge um die Rechtschreibung tun, nehme ich ihnen nicht ab“, so die GEW-Vize.

Von den übrigen Ministerpräsidenten und Kultusministern erwartet die GEW, dass sie bei ihren Beschlüssen bleiben und sich von den beiden großen Bundesländern nicht erpressen lassen.

   
   
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