23.
Februar 2007
Klimaschutz fördert Beschäftigung
DGB fordert niedersächsischen Klimapakt
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert die Landesregierung auf, einen Klimapakt
für Niedersachsen zu initiieren. "Deutschland hat den Klimaschutz als
Schwerpunkt für die EU-Ratspräsidentschaft und den G8-Vorsitz gewählt.
In Niedersachsen ist aber bisher keine aktive und koordinierte Klimaschutzpolitik
auszumachen“, stellt Bernd Lange, Umweltexperte beim DGB Niedersachsen – Bremen –Sachsen-Anhalt,
fest. „Andere Bundesländer sind da längst weiter. Niedersachsen
muss dringend seine Klimaziele definieren und umsetzen und damit einen regionalen
Beitrag zur Bewältigung der globalen Herausforderung
leisten. Wir brauchen ein integriertes Klimaschutzkonzept, das Bündnispartner
aus Politik, Industrie, Handwerk, Gewerbe und gesellschaftlichen Gruppen einbezieht.
Sonst sind die weiteren Aussichten düster!"
Mit einem Klimapakt sollten nach Ansicht des DGB Projekte zur Minderung des Treibhausgas-Ausstoßes
vorangebracht werden. Die Herstellung möglichst klimaneutraler, also energieeffizienter
Produkte und Dienstleistungen könnte unterstützt werden. Besonders
gute Beispiele der Emissionsreduzierung könnte das Land auszeichnen. „Oder
wie wäre es mit einer Landesinitiative zur Ausstattung aller öffentlichen
Gebäude mit Energiesparlampen?“, fragt Bernd Lange. Darüber hinaus
sollte Niedersachsen weitergehende Initiativen ergreifen, um die energetische
Gebäudesanierung voranzubringen, die Kraft-Wärme-Kopplung zu stärken
und die Nutzung der regenerativen Energien weiter zu entwickeln. Gerade in Niedersachsen
haben Windenergie und Biomassenutzung großes Potential.
Uno-Experten sagen klar, dass bis 2020 die Trendwende geschafft sein muss, um
den Klimakollaps abzuwenden. Eine aktive Klimapolitik ist also mehr als notwendig.
Für Bernd Lange ist klar: „Ein Klimapakt ist Beschäftigungsförderung,
schafft erhebliches Marktpotenzial für Gewerbe und Handwerk und stimuliert
Innovationen. Klimaschutz ist deshalb auch Standort- und Wettbewerbspolitik.
Diese Chance ergreift die Landesregierung bisher nicht. In den niedersächsischen
Vorstellungen zur künftigen EU-Strukturförderung gibt es leider keine
konkreten Maßnahmen und Budgetansätze zum Klimaschutz."