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30.04.05
Gemeinsame Pressekonferenz von MK und Bertelsmann - Stiftung

An ein Ranking wird nicht gedacht


Am 12. April 2005 fand im Landtag eine gemeinsame Pressekonferenz des Niedersächsischen Kultusministeriums und der Bertelsmann- Stiftung zum Start des Kooperationsprojekts „Eigenverantwortliche Schule und Qualitätsvergleiche in Bildungsregionen“ statt .Minister Busemann führte aus, nach der Veränderung der Schulstrukturen wolle man sich nun verstärkt um die Inhalte kümmern. In jeder Schule müsse und werde Qualitätssicherung ein entscheidender Baustein sein; zur Unterstützung in diesem Bereich habe man die Bertelsmann Stiftung gewonnen.

Deren Vorstandsvorsitzender Prof. H. Meffert hob hervor, die Stiftung fordere und fördere seit Jahren Eigenverantwortlichkeit – sowohl der Bildungseinrichtungen als auch im umfassenden bürgerschaftlichen Sinne. Hier gehe es um Eigenständigkeit der Schulen bei der Einstellung von Personal, bei der Personalentwicklung und bei der Verfügung über pädagogische Ressourcen. Regelmäßig sollten Schulprogramme überprüft werden; als Stiftung werde man insbesondere Selbstevaluationsinstrumente zur Verfügung stellen und den Austausch zwischen den Schulen organisieren.

Busemann verwies auf rund 70 Schulen in zwei Regionen ( Braunschweig und Emsland ), die sich ebenso wie 60 weitere zum Mitmachen bereit erklärt hätten. Weitere lägen in Lauerstellung. Etliche täten sich aber auch schwer, wohl weil sie zusätzliche Anstrengungen befürchteten oder in Sachen Fortbildung und Zukunft der Gesamtkonferenz noch nicht genügend Klarheit hätten. Die GEW fahre zur Zeit eine Kampagne zur Gesamtkonferenz. Im Sommer werde man die anvisierten 200 Schulen aber sicher zusammen haben. Am 15./16. 6. 2005 werde es auch ein Hearing zum Bericht der Arbeitsgruppe zur Eigenverantwortlichen Schule geben.

Das Vorhaben Eigenverantwortliche Schule sei ein 10-Jahres-Projekt. Dafür würden schon jetzt zwei Pflöcke eingeschlagen: nämlich Qualitätsmanagement an jeder Schule und die Klärung, ob es eine gestärkte Schulleitung geben müsse oder nicht. Speziell ein Verband sei deutlich gegen eine verstärkte Schulleiterrolle.Die Leitungszeit der Schulleitungen müsse neu definiert werden. Darüber werde man mit den Lehrerverbänden sprechen.

Auch Meffert sprach sich für das Stufenmodell aus, um das Ganze schrittweise konsensfähig zu machen. Auf GEW-Nachfrage, wie er das Eigeninteresse der Bertelsmann - Stiftung bestimme und wie er langfristig ihre Rolle im niedersächsischen Schulwesen sehe, hob er strikt auf den pädagogischen Nutzwert ab. In Sachen Eigenverantwortlichkeit wolle man „klare milestones“ unterstützen und verankern helfen. Differenzierte Typen von Schulen sollten im Wettbewerb stehen und ihre Arbeit auf Basis von Zielvereinbarungen organisieren.

Busemann unterstrich, es bleibe bei einer hoheitlichen Gestaltung von Schule. Dafür seien aber starke Partner sinnvoll – wie die Bertelsmann Stiftung oder EFQM. Ebenfalls auf GEW-Nachfrage betonten Busemann und Meffert, an ein Ranking werde ganz klar nicht gedacht. Gegenteilige Äußerungen der FDP wies Busemann zurück. Erhobene Daten blieben in den Schulen.

 

   
   
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