„Die Ergebnisse der Konferenz der europäischen Bildungsminister
in Bergen werden den
Bologna-Prozess ein entscheidendes Stück voranbringen.“
Das hat
Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn zum Abschluss der zweitägigen
Tagung in
Norwegen festgestellt. Insgesamt hatten sich Ministerinnen und Minister
aus
45 europäischen Staaten getroffen, um über die auf dem Weg
zu einem gemeinsamen
europäischen Hochschulraum erreichten Ziele und die weiteren
nötigen Schritte zu
sprechen.
Bulmahn: „Beim Stocktaking, der Bestandsaufnahme, hat sich gezeigt,
dass die Staaten
unterschiedliche Ausgangspositionen einnehmen, was die flächendeckende
Einführung von
Bachelor und Master angeht. Deutschland ist dabei gut aufgestellt.
Schon mehr als ein
Viertel aller Studiengänge sind auf Bachelor und Master umgestellt.“
Das Stocktaking solle in
den nächsten Jahren fortgeführt und erweitert werden.
Neu in den Bologna-Prozess werden Armenien, Azerbaijan, Georgien,
Moldawien und die
Ukraine aufgenommen.
Bulmahn sagte: „Darüber hinaus haben wir uns auf wechselseitig
anerkannte Kriterien und
Methoden der Qualitätssicherung verständigt. Dies sichert
vergleichbare Standards bei den
Bachelor- und Masterstudiengängen.“ Deutschland zähle
zu den wenigen Ländern, die
SEITE 2 bereits einen nationalen Qualifikationsrahmen für Hochschulabschlüsse
eingeführt haben.
Dieser sei kompatibel mit dem geplanten europäischen Qualifikationsrahmen
und definiere
Kompetenzen sowie Lernergebnisse und erhöhe somit die Transparenz.
Ferner sollen die
Grundlinien der Doktorandenausbildung erstmals ausgestaltet werden.
Dabei wird die
Doktorandenausbildung stärker strukturiert und somit innerhalb
Europas besser vergleichbar
gemacht. Die Doktorandenausbildung solle dabei sowohl die Ausrichtung
auf den
allgemeinen Arbeitsmarkt als auch auf eine Forscherkarriere ermöglichen,
so Bulmahn.
Um die Mobilität der Studierenden in Europa zu stärken,
werde der sozialen Dimension ein
noch größeres Gewicht als bislang beigemessen. Bulmahn
begrüßte ferner die Einbeziehung
der Sozialpartner als beratende Mitglieder in dem Bologna-Prozess,
mit dem bis 2010 ein
gemeinsamer europäischer Hochschulraum geschaffen werden soll.
„Arbeitgeber und
Gewerkschaften sind wichtige Partner für die weitere Umsetzung
und tragen wie die
Vertreter der Hochschulorganisation eine große Verantwortung
für die neue Studienstruktur.“
Die nächste Konferenz der europäischen Bildungsminister
wird im Frühjahr 2007 in London
stattfinden.